homepage dietmar korthals / zurück zur Startseite

 

Index
- Seite 18 -


3. Emotionen und Aggressionen als musikalische Metaphern in der Musik und ihre Wahrnehmung


Musik ist in der Lage, Emotionen auszudrücken. Der Komponist überträgt eine Emotion per subjektivem Mapping in ein konkretes sprachliches Zeichen, in ein musikalisches Motiv, welches diese emotionale Aussage als Inhalt transportiert. Damit ist die grundsätzliche Möglichkeit von Musik gegeben, Emotionen an einen Rezipienten mitzuteilen. Der Hörer eines Musikstückes wiederum besitzt die Fähigkeit, in musikalischen Zeichen einen emotionalen Gehalt zu erkennen, so denn der Zuhörer per Mapping dem musikalischen Zeichen eine emotionale Bedeutung zuordnet. Es ist ebenso denkbar, daß auch eine Aggression metaphorisch durch ein musikalisches Zeichen vermittelt wird.

Das Erkennen von Aggression als Bedeutungsinhalt eines musikalischen Zeichens ist jedoch, wie bereits schon unter Punkt 2 dieser Arbeit erwähnt, von verschiedensten Faktoren abhängig. Wichtigster Faktor ist der auf individuellen Erfahrungen beruhende Kartierungsvorgang eines musikalischen Zeichens. So ist es Bedingung einer Deutung eines musikalischen Zeichens z.B. als "aggressiv", daß mit diesem musikalischen Zeichen negative körperliche Erfahrungen und negative bildhafte Schemata in Verbindung gebracht werden, welche dem empfangenen musikalischen Reiz die subjektive Bedeutung einer Aggression zuweisen. Hierbei ergibt sich bereits ein Problem: Eine Metapher, welche vom Komponisten dazu gedacht ist, eine Aggression zu vermitteln, muß nicht vom Zuhörer derart verstanden werden, sondern kann vom Zuhörer subjektiv einen anderen Sinngehalt zugewiesen bekommen. Ebenso kann aufgrund der individuellen kognitiven Topologie des Rezipienten eine Metapher als aggressiv wirkend verstanden werden, obwohl dies nicht vom Komponisten intendiert ist. Bei einer Einstufung eines musikalischen Zeichens als aggressiv wirkend sind auch die semantischen Zusammenhänge zu beachten. Zur Betrachtung des semantischen Kontextes gehört es, auch den generellen semantischen Raum zu betrachten, in welchem das Klangereignis dechiffriert wird. So müssen spezifische subkulturelle Dekodierungsmechanismen bei der Analyse von Wahrnehmungen mit einbezogen werden: z.B. Jugendliche bilden ihr eigenes Begriffssystem, indem sie innerhalb ihrer Subkultur ein spezifisches Kodierungs-/Dekodierungsverhalten generieren, welches nicht auf andere Subkulturen übertragbar erscheint, was wiederum bedeutet, daß innerhalb einer Subkultur eigene Erfahrungen gemacht werden, welche den Mappingvorgang dahingehend beeinflussen können, daß ein Zeichen unter Umständen einen völlig anderen Sinngehalt als den intendierten erhält. Die Frage, ob denn aggressive Inhalte in der Musik überhaupt



private zone
music corner
Klang
Text
Linx
organic nak
guestbook
sitemap
email


Pfad:

home
-> music corner
-> text
-> Aggression als
   musikalische
   Metapher,
   Inhalt
-> Seite 18





erste Seite vorige Seite naechste Seite letzte Seite